5. Januar 2012

Guido Fiolka

Abgelegt unter:

Leadership Insights Nr. 8: Dürfen Führungskräfte Fehler machen?

 

Das politische Jahr endete mit dieser Frage und das neue beginnt wieder damit. In der Diskussion stehen Menschen in höchsten politischen Funktionen. Mit dem Bundespräsidenten sogar der Inhaber des gewissermaßen höchsten Amtes im Staate. Auf einer Meta-Ebene ist das Thema nicht nur für Spitzenführungskräfte, sondern für alle Führungsebenen gültig und nennt sich Integrität, Souveränität, Besonnenheit und Vorbild.

 

Menschen folgen einer Sache, einem „größeren Ganzen“ und der Person, welche diese verkörpert und in seiner/ihrer Position dafür eintritt.

 

Integrität (lat. integritas „unversehrt“, „intakt“, „vollständig“) bedeutet in der Ethik des Humanismus die Übereinstimmung des Handelns mit den persönlichen Werten. Das Gegenteil von Integrität ist Korrumpierung, was bedeutet sich in seinem Verhalten nicht von Werten und Grundsätzen, sondern von äußeren Drohungen und Verlockungen leiten zu lassen.

 

Souveränität (lat. superanus, „darüber befindlich, überlegen“) im Kontext von Führung und Persönlichkeit heißt, sicher und selbstbestimmt mit Situationen umzugehen, anstelle sich von anderen und äußern Umständen ver-leiten zu lassen.

 

Besonnenheit (griech. sophrosyne) zählt laut Aristoteles zu den ethischen Tugenden und steht für auf Überlegung basierende, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Handlungen zu vermeiden.

 

Menschen, die diese Tugenden herausgebildet haben und sie in herausfordernden Situationen leben können, erzeugen Vertrauen sind anderen ein Vorbild, so dass sie bereit sind, diesen Menschen aus Überzeugung zu folgen.

 

Wenn wir diese Tugenden als notwendig für Führungskräfte anerkennen, fällt es nicht schwer, sich eine Meinung bezüglich der aktuellen Vorgänge um die Herren Wulff und zu Guttenberg zu bilden.

 

Aber nutzen wir das Ergebnis nicht um Steine zu werfen. Besser zur Selbstreflexion, wo wir selbst in diesen Dingen stehen und welche Maßstäbe wir anlegen, um anderen zu folgen.

 

Ich wünsche allen ein erfolgreiches und erfüllendes Jahr 2012 und verspreche, mich mit den Leadership-Insights wieder häufiger zu melden. Wann immer es möglich ist, auch mit Impulsen zu Anlässen, die ein positives Beispiel zu gelungener Führung geben.

 

 

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