22. April 2014 | Autor: Guido

Leadership Insights Nr.12 – Diese Erfolgsprinzipien sind die Hölle…

…wenn man sich als Unternehmer oder Führungskraft fragt, ob man sie in der Praxis anwendet.
Vorausgesetzt, man vertraut auf Jim Collins, der die Prinzipien bei der langfristigen Analyse nachhaltig erfolgreicher Unternehmen herausgefunden hat. In Kurzform und als Handlungsanweisung lauten sie:

 

1. Erst „Wer“ dann „Was“: Bringen Sie die „richtigen“ Mitarbeiter an die entscheidenden Positionen und trennen Sie sich von den „falschen“.
Lassen Sie dann erst die „richtigen“ Mitarbeiter entscheiden, was auf welche Weise zu tun ist.

 

2. Bringen Sie Führungskräfte an die Spitze, die mit einer paradoxen Mischung aus persönlicher Bescheidenheit und professioneller Durchsetzungskraft nachhaltig für Spitzenleistungen sorgen.

 

3. Konzentrieren Sie alle Kern-Business-Aktivitäten auf die Schnittmenge dieser drei Fragen:

  • Worin können wir die Besten werden?
  • Wo liegt unsere wahre Leidenschaft?
  • Was ist unser wirtschaftlicher Motor?

 

4. Setzen Sie die Kern-Business-Aktivitäten diszipliniert um und unterlassen Sie alles andere.

 

5. Konfrontieren Sie sich mit der Wahrheit. Blicken Sie den harten Seiten der Realität ins Auge, sprechen Sie jederzeit offen über Schwierigkeiten und Probleme – ohne deswegen den Mut zu verlieren.

 

6. Nutzen Sie neue Technologien als Beschleunigungsfaktoren für die Kern-Business-Aktivitäten. Ignorieren Sie ansonsten technologische Modeerscheinungen.

 

7. Gestalten Sie die Entwicklung Ihres relevanten Marktsegments mit, anstelle nur Voraussagen zu machen. Seien Sie Uhrmacher statt Zeitansager.

 

8. Nutzen Sie in schöpferischer Weise das Denkprinzip „sowohl als auch“ anstelle eines „entweder oder“ Denkens. Immer dann, wenn es um Entwicklungsmöglichkeiten und Erfordernisse geht.

 

9. Werfen Sie die Werte und die Vision des Unternehmens aufgrund kurzfristiger Schwierigkeiten nicht „über Bord“ sondern halten Sie daran fest, wie an einer „Ideologie“.

 

Wir verwenden und untersuchen diese  neun Prinzipien seit Jahren in unseren Leadership-Trainings und im Executive Coaching. Immer wieder auch für die eigene Unternehmensstrategie. Ist wie gesagt nicht leicht – aber lohnt sich sehr, wenn es darum geht, Orientierung und die richtigen Strategien zu finden.

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, vor allem welche Schwierigkeiten bei der Anwendung der Prinzipien typischerweise auftreten und was Sie dann machen können – sehr gern am 12.-13. September in der Unit 4 unseres LEAD Programms. Es wird keine leichte Übung werden, aber einiges an Erkenntnis bringen – vor allem eine Basis bieten für nachhaltig wirtschaftlichen Erfolg. Wenn Sie es schaffen, die Erkenntnisse anschließend in Ihrem Führungsbereich anwenden. Versprochen.

Guido Fiolka

 

 

 

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28. Februar 2014 | Autor: Guido

Leadership Insights Nr. 11 – Das war es, mit den „großen Führern“

Ich komme heute zurück auf den Beitrag vom 19. Juli. „Politische Führung – war es das jetzt?“ lautete die Frage in der Titelzeile. Vielen Dank für die Rückmeldungen und Kommentare dazu.

Am Ende des Beitrags endete standen diese Fragen: „Wer aber wird es sein? Wer führt Deutschland, Europa, die globalen Staatengemeinschaften in der Zukunft?“  Und das genau ist der Knackpunkt. Das ist die kleine Fußangel, die ich in den Beitrag eingebaut hatte. Entschuldigung.

 

Wir alle warten vielleicht auf die großen Führungspersönlichkeiten, die uns aus der offensichtlichen Misere führen, in der sich unsere Gesellschaft derzeit zu befinden scheint. Es möge bald jemand kommen. Oder den derzeitigen Machthabern (oft werden Macht und Führung gleichgesetzt) möge die rettende Erleuchtung kommen. Oder der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten wird die Hoffnungen, die wir in seine Person gesetzt haben, doch noch erfüllen und damit werden die Probleme  Europas und der Menschheit gelöst sein – oder wird zumindest die Basis dafür geschaffen sein.

 

Auf diese oder ähnliche Weise denken und hoffen wir – nicht wahr?

 

Ich möchte drei Dinge in diesem konkreten Zusammenhang zur Diskussion stellen. Erstens gibt es einen persönlichen Gewinn, wenn wir so denken: Solange die von anderen Personen hervorgerufene Veränderung nicht eintritt, brauchen wir selbst bestimmte Aktivitäten nicht zu starten und können an unserem eigenen Status Quo festhalten. Wir gewinnen Bequemlichkeit.

 

Zweitens erleiden wir aber Verluste, gibt es eine von diesem Denken verursachte Schattenseite: wir verlieren Freude an der eigenen Aktivität und fühlen eine Art Ohnmacht. Das ist phänomenologisch betrachtet ein sehr defizitärer Zustand, der unsere Kreativität hemmt und uns schwächer werden lässt, als wir sind.

 

Drittens: die wirklich verändernden, konstruktiv und positiv wirkenden Kräfte in unserer Gesellschaft sind keine Einzelpersonen, sondern Bewegungen. Gruppierungen, die im Kern aus hunderten oder gar tausenden Menschen bestehen.  Wir leben in einem Zeitalter einer erstarkenden, die ökonomisch-sozial-kulturellen Entwicklungen beeinflussenden  Zivilgesellschaft. Im Zeitalter des bewussten, informierten, aktiven Bürgers. Einzelne Personen aber, seien Sie noch so intelligent und charismatisch, können derart komplexe Aufgaben nicht bewältigen. Es gibt ein hohes Maß an Evidenz für diese Aussage.

 

Zwei Beispiele dafür nur an dieser Stelle: Der Mauerfall und der Sturz des autoritären, überholten Regimes der DDR wurde von einer Bürgerbewegung hervorgerufen, die keinen Nelson Mandela an ihrer Spitze hatte. Das Internet hatte zwar einzelne technisch-wissenschaftliche Impulsgeber, erlangte seinen Durchbruch  aber durch das Engagement einiger tausend Aktivisten weltweit.

 

Die etymologische Bedeutung von „Führen“ ist übrigens „fahrend machen„. So ähnlich die Bedeutung von „Leiten„, was im altdeutschen „veranlassen von gehen“ bedeutet (siehe „let’s go“ im Englischen). Die Veränderung eines Aufenthaltsortes hat mit dem zurücklegen  eines Weges, einer Be-weg-ung zu tun. Teil von etwas zu sein, dass sich bewegt, gar Ursache dieser Bewegung zu sein lässt uns  dann Freude und Stärke er-fahren. Statt Ohnmacht und Schwäche. Nur so schließt sich der Kreis.

 

Was kann das Fazit dieser Überlegungen für uns sein, wenn wir in eine Führungsposition gehen wollen?  Ich erlaube mir, einen Vorschlag zu machen. Warten Sie nicht auf andere (sie werden von allein nicht kommen…) und seien Sie selbst verändernd aktiv.

 

Ganz konkret: Suchen Sie sich ein Gebiet in Ihrem Unternehmen, Ihrer Kommune, einem Bereich unserer Gesellschaft, wo Sie die Notwendigkeit für konkrete Veränderungen sehen und Sie eine Idee haben. Letzteres ist sehr von Vorteil, wenn Sie andere zu etwas bewegen wollen. Gehen Sie mit dieser Idee dann Ihren eigenen Weg.

Es könnte sein, dass Sie vorerst allein auf diesem Weg sind. Suchen Sie sich nach und nach fähige, aufrechte Unterstützer und gehen  Sie mit denen weiter.

 

Sie werden schon sehr bald wahrnehmen, wie aus Ohnmacht  Stärke und Freude werden. Lernen Sie aus dieser Erfahrung und übertragen Sie das auf Ihre Management- und Führungstätigkeit. Bringen Sie etwas zum Laufen, was die Entwicklung Ihrer Sache in die richtige Richtung lenkt. Seien Sie Teil der Veränderung.

 

Das ist die aktive, selbstbestimmte aber der Gemeinschaft dienende Führung, die wir heute brauchen. Auch und gerade in unseren Unternehmen und Parteien.

 

Ich wünsche uns allen eine aktive und freudvolle Sommerzeit.

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5. Januar 2014 | Autor: Guido

LEAP – Ihr persönliches Leadership Kompetenzprofil – jetzt hier auf der Website

LEAP ist ein einzigartiges, wissenschaftlich evaluiertes Kompetenzprofil, das sich in Form einer Selbst- und Fremdeinschätzung nutzen lässt. Es ist besonders geeignet für Menschen in Führungspositionen.

Nachdem LEAP bisher ausschließlich im Coaching, in Unternehmen und unseren Leadership-Programmen verwendet wurde, kann es jetzt individuell gebucht werden.
Stellen Sie fest, wie ausgeprägt Haltungen wie KreativitätSelbstvertrauen und Empathie in der aktuellen Führungssituation bei Ihnen sind und welche Fähigkeiten Sie weiterentwickeln sollten.

Hier gehts zum LEAP-Profil auf der Website des Coaching Center Berlin

 

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19. Juli 2013 | Autor: Guido

Politische Führung – war es das jetzt?

Ich bin wirklich weit entfernt von einer Sommerdepression. Aber ich mache mir Sorgen. Sorgen um Deutschland, um die Zukunft von Europa. Der Grund dafür ist meine Wahrnehmung, wie unsere politischen Führungskräfte nahezu ausnahmslos agieren.

 

Gibt es jemand in einer einflussreichen politischen Führungsposition, der eine umfassende, die bestehenden Probleme lösende  Vorstellung von der Zukunft dieses Landes hat, eine Vorstellung, für die er/sie bereit ist einzutreten, andere davon zu überzeugen, auch und gerade weil es Widerstand gibt, nicht alle der gleichen Meinung sind?

 

Was stattdessen ist  unsere gesellschaftliche Realität geworden – quer durch alle politischen Parteien hindurch? Da wird taktiert und verschleiert, vom „politischen Gegner“ kopiert und mit der Meinung der möglichen Wähler vorsichtig changiert. Ein paar Prozent Steuererhöhung hier, eine kleine Zulage für eine bestimmte Klientel dort. Dazu immer eine gehörige Portion Kritik an den Aktionen der Mitbewerber. Alles um in Amt und Position zu bleiben. Neue Ideen und der Wille zu strukturell-transformatorischer  Veränderung – Fehlanzeige. Ist das Führung? Soll sich Führung an den Gegebenheiten und der Wählerresonanz orientieren? Oder soll Führung, gerade politische Führung, neue Wege aufzeigen, eine konkrete Vision über die Gestaltung aller wichtigen Bereiche der Gesellschaft  entwickeln und diese vertreten, auch wenn es schwierig ist?

 

Ich denke an die achtziger Jahre – an die gesellschaftlichen Veränderungen, die damals stattgefunden haben. Nicht nur in Deutschland und Europa. Einer der großen politischen Führer dieser Zeit ringt gerade  in einem südafrikanischen Krankenhaus mit dem Leben. Seine Vorstellung einer  gesellschaftlichen Zukunft ohne Apartheid brauchte Jahrzehnte bis sie sich verwirklicht hat. Den überwiegenden Teil dieser Zeit hat Nelson Mandela im Gefängnis verbracht. Wobei er auch die Kultur und Realität seiner Gefängnisse sehr stark geprägt und verändert hat, wie wir heute wissen.

 

Ich verneige mich vor dir, Nelson und bin dankbar für das lebendige Beispiel, das du uns gegeben hast. Und ich sehne mich danach, das dein Geist wieder lebendig wird, in uns und in denen, die dieses Land und Europa wirklich führen werden.

 

Wer aber wird es sein? Wer führt Deutschland, Europa, die globalen Staatengemeinschaften in der Zukunft? Ich bin gespannt auf Kommentare hier im Blog.

 

Guido Fiolka

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10. April 2013 | Autor: Guido

Leadership Insights Nr. 10 – Führungshaltungen

Liebe Insights-Abonnenten,

die aktuellen, mit dem Thema Leadership verbundenen  Fragestellungen lassen sich ungefähr so formulieren:

  • Was ist der Kern eines zeitgemäßen, progressiven Führungsbewusstseins heute?
  • Welches Führungsverständnis brauchen wir im Globalen Zeitalter?
  • Wie kann man ein Unternehmen als komplexes System und lebendigen Organismus   verstehen und steuern?

Zusätzlich eine Frage, die sich auf die Tätigkeit von FK-Coaches und Trainer bezieht:
Warum sind die meisten Führungstrainings relativ wirkungslos und funktionieren die   dort vermittelten Techniken und Methoden in den Unternehmen in vielen Fällen nicht?

Die Arbeit der letzten Jahre hat zu einigen wertvollen Einsichten und Methoden geführt, die wir in Zukunft mit vielen Führungskräften und deren Coaches teilen werden.

Ich mache heute einen Anfang in den Insights und werde das in den nächsten Ausgaben gern fortsetzen. Am 04.-06. Oktober ist es erstmals in unserem Führungstraining soweit. Ich werde den Teilnehmern unseres 3-tägigen Kompakttrainings (wenn Sie teilnehmen möchten – es sind noch wenige Plätze frei) am ersten Tag den neuen Kern und Rahmen unseres Führungsverständnisses vorstellen.

Im Mittelpunkt unseres Führungsverständnisses stehen Konstruktive- und Destruktive Führungshaltungen, die von fundamentaler Bedeutung für das Verhalten des Einzelnen und die gesamte Kultur einer Organisation sind. Ja, diese Haltungen sind im Grunde genommen auch im gesamtgesellschaftlichen Maßstab entscheidend.
Ich nenne hier einmal die ersten sechs konstruktiven Haltungen und ihre jeweiligen Gegenspieler:

  • Kreativität vs. Einfallslosigkeit
  • Selbstvertrauen vs. Unsicherheit
  • Empathie vs. Unachtsamkeit/Härte
  • Gelassenheit vs. Unausgeglichenheit
  • Gemeinschaftssinn vs. Egozentrik
  • Freiheit vs. Zwanghaftigkeit

Es sind erst einmal Begriffe, aber sicher haben Sie eine erste Vorstellung.

Zu jeder Haltung gibt es eine Menge zu sagen. Woher kommt sie und wie äußert sie sich im Verhalten? Welche Kompetenzen brauche ich, um eine konstruktive Haltung einzunehmen? Wie lässt sich eine Haltung im Unternehmen institutionalisieren? Warum lassen sich bestimmte Kommunikationstechniken ohne die Haltung und damit verbundene Fähigkeiten nicht anwenden?

Dazu aber mehr in den nächsten Ausgaben der Insights – und in unseren Trainings und Workshops. Vor allem interessiert uns – wie immer – der gegenseitige Austausch. Vielleicht diskutieren wir hier im Blog einmal die Wirksamkeit des konventionellen Führungstrainings.

Ich freue mich darauf und bin gespannt.

Herzliche Grüße aus der ELA,

Guido Fiolka

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